US-Bankenpleite: Folgen für den deutschen Einlagensicherungsfonds

Die Finanzkrise in Amerika weitet sich immer weiter aus. Sind ihr bereits einige kleinere Institute zum Opfer gefallen, musste am Sonntag, den 14. September 2008, auch die große Investmentbank Lehmann Brothers Insolvenz anmelden. Diese Insolvenz belastet aber nicht nur die amerikanische Wirtschaft sowie die Börsen der Welt, sondern auch den deutschen Einlagensicherungsfonds.

Der Einlagensicherungsfonds deutscher Banken ist eine Einrichtung, die die Einlagen deutscher Sparer schützen soll. Dem Einlagensicherungsfonds gehören viele deutsche Privatbanken an, darunter auch die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die Postbank. In Abhängigkeit ihrer Größe zahlen die Mitgliedsbanken Beiträge in den Fonds ein. Solle eines der Institute Insolvenz anmelden müssen, werden die Kundengelder durch den Fonds ausgezahlt, wodurch Verluste für Anleger ausgeschlossen sind.

Doch nicht nur deutsche Banken sind diesem Einlagensicherungsfonds angeschlossen, sondern auch die deutschen Tochtergesellschaften ausländischer Institute. Hierzu gehört unter anderem die deutsche Tochter von Lehmann Brothers, die mit rund sechs Milliarden Euro am deutschen Einlagensicherungsfonds beteiligt ist. Die Sicherungshöhe pro Kunde beträgt bei Lehmann Brothers laut Institutsangaben 285 Millionen Euro pro Kunde, wodurch es zu einer Gesamtforderung gegen die Bank in Höhe von rund elf Milliarden Euro kommt.

Die Insolvenz von Lehmann Brothers bedeutet nun, dass der Einlagensicherungsfonds Gelder, die unter den Einlagensicherungsfonds fallen, an die Anleger dieser Bank bezahlen muss. Ob wirklich die gesamten sechs Milliarden Euro anfallen, können auch Experten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angeben. Den Umfang des Fonds schätzen Branchenkenner auf etwa 4,6 Milliarden Euro, wobei die tatsächlichen Zahlungsmöglichkeiten sicher weitaus höher sind, denn nahezu die gesamten deutschen Banken stehen hinter diesem Fonds.

Tatsache ist, dass lediglich Einlagen wie Sparkonten, Girokonten oder Festgeldanlagen gesichert sind. Wertpapiere oder Aktien unterliegen hingegen nicht dem Einlagensicherungsfonds. Auch die genauen Auswirkungen auf die Finanzmärkte sowie die Sparer in Deutschland sind noch nicht im Detail bekannt.

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