Geldanlage und Inflation

Liegt das gesparte Geld zu Hause im Schrank, wird es jeden Tag weniger wert. Die Inflation ist schuld daran, dass kontinuierlich die Kaufkraft sinkt und das Geld entwertet wird. Dabei ist die Inflation ein ganz normaler Vorgang, der durch Preis- und Lohnsteigerungen verursacht wird und, solange sie sich im Rahmen hält, nicht unbedingt etwas über die wirtschaftliche Situation in einem Land aussagt. Sie ist auch von den Weltmarktpreisen bestimmter Erzeugnisse abhängig. So wurde die in letzter Zeit stark angezogene Inflation in erster Linie durch die weltweit gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise verursacht.

Wenn nun das Geld nicht angelegt wird, sondern zu Hause schön sortiert im Schrank liegt, ist es bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2% in 10 Jahren ganze 18,3% weniger wert, als heute. Dieser enorme Wertverlust kann nur vermieden werden, wenn das Geld zu einem Zinssatz angelegt wird, der über der Inflationsrate liegt. Auf dem Girokonto ereilt das Geld allerdings ein ähnliches Schicksal, wie zu Hause im Schrank. Denn Giro-Guthaben werden meist mit einem mageren Zinssatz um die 0,5 % verzinst. Ein Sparbuch ist auch nicht viel besser geeignet. Hier werden oft nur 1% Zinsen gezahlt. Zudem muss bei höheren Abhebungen eine Kündigungsfrist eingehalten werden.

Gute Zinsen, die deutlich über der Inflationsrate liegen, können dagegen mit Tagesgeld- und Festgeldanlagen erzielt werden. Die Zinssätze beim Tagesgeld liegen oft 2-3 % über der Inflationsrate, die für Festgeld sogar noch höher. Die Ersparnisse werden somit nicht nur vor der Entwertung gesichert, sie wachsen sogar noch. Bei einer Festgeldanlage mit 5% und einer Inflationsrate von 2 % wächst das Vermögen somit jährlich effektiv um 3%.

Ob Tagesgeld oder Festgeld in Frage kommt, hängt davon ab, wie entbehrlich das angelegte Geld ist. Wird es für einige Jahre festgelegt, gibt es zwar schöne Zinsen, aber es wäre dann sehr ungünstig, wenn das Kapital während dieser Zeit dringend benötigt wird, z.B. für eine Autoreparatur. Lange Festgeldanlagen sollten deshalb nur gewählt werden, wenn die Barmittel wirklich „übrig“ sind.

Steht ein Geldbetrag nur kurzfristig zur Verfügung, kommt ohnehin nur Tagesgeld in Frage. Auch wenn das Geld nicht gebraucht wird, steht bei Tagesgeld dann noch die Möglichkeit offen, das Geld auf ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank umzubuchen, wenn diese höhere Zinsen bietet.

Anleger, die ihr Geld aber sicher für eine bestimmte Laufzeit entbehren können – z.B. für 1 Jahr – erzielen mit Festgeld einige Basispunkte Extrazins.

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