Zinseszins und Zinseszinseffekt

Bereits vom großen Albert Einstein wurde der Zinseszinseffekt als eine der wichtigsten Entdeckungen in der Mathematik bezeichnet, doch nur die wenigsten Anleger kennen sich damit aus und handeln entsprechend. Wer die Funktion der Zinsen und die vom Zinseszinseffekt verstanden hat, der nimmt keine Kredite auf und bezahlt Zinsen, der spart Vermögen an, verleiht sein Geld und verdient Zinsen, ohne dafür arbeiten zu müssen.

Schon im Schulunterricht wird der Zinseszinseffekt thematisch angeschnitten, doch kaum einen interessiert es. Die finanzielle Allgemeinbildung der deutschen Verbraucher ist ohnehin schwach, sonst würden auch nicht so viele Sparer Millionen von Euro auf dem Sparbuch entwerten lassen, sondern sich den Zinseszinseffekt zu Nutze machen.

Der Zinseszinseffekt entsteht ganz einfach dadurch, dass Zinsen, die für Ersparnisse gezahlt werden, nicht entnommen werden, sondern zu der Anlage dazu kommen, diese werden dann in der folgenden Zinsperiode mitverzinst und bringen zusammen mit dem bisherigen Gesparten wieder höhere Erträge, wohlbemerkt bei gleichem Zinssatz. Jeder Sparer kann sich dieses Effektes bedienen, er darf nur die Zinsen der Spareinlage nicht entnehmen, sondern muss sie immer wieder neu verzinsen lassen.

Beispielhaft kann das an einer Festgeldanlage dargestellt werden. Rechnerisch simpel für 10.000 Euro, die als Festgeld für 12 Monate mit 5 Prozent Zinsen angelegt werden.

Sparer A legt 10.000 Euro ein Jahr zu 5 Prozent Zinsen als Festgeld an. Dafür bekommt er nach Ablauf eine Zinsgutschrift von 500 Euro. Die 500 Euro entnimmt er der Anlage und legt die 10.000 wieder an, auch im Folgejahr bekommt er 500 Euro Zinsen usw. und so fort.

Sparer B hat auch 10.000 Euro und legt diese zu den gleichen Konditionen wie Sparer A an. Auch er bekommt am Ende des 1. Jahres 500 Euro Zinsen, aber er entnimmt diese nicht. Im Folgejahr hat Sparer B 10.500 Euro angelegt und bekommt dann schon 525 Euro Zinsen. Ein weiteres Jahr später bekommt er für diesen Betrag wieder mehr Zinsen.

Nach 20 Jahren würde er bei gleichem Zinssatz und ohne Zinsentnahme schon über ein Kapital von 26.532 Euro verfügen und hätte insgesamt 16.532 Euro an Zinsen eingenommen. Sparer A hingegen hätte 20 Jahre lang immer am Jahresende 500 Euro Zinsertrag entnommen und wäre dabei auf 10.000 Euro an Zinszahlung gekommen.

Dieses Beispiel veranschaulicht den Zinseszinseffekt sehr deutlich. Immerhin hat Sparer B, der sich des Zinseszinses bedient, ohne etwas dafür tun zu müssen, 6.532 Euro mehr Kapital, als der Sparer, der den Zinseszins nicht kennt und sich seine Wirkung nicht zu Nutze macht.

Weiterführende Informationen:

1. Offerio.de [ Zinseszins-Rechner ]
2. Handelsblatt [ Fallstricke beim Zinseszinseffekt ]

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